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Kunst unter der Kuppel im Planetarium.

Das ensemble Kontraste erschafft und inszeniert mit Christoph Brech ein Videokunstkonzert und spielt Olivier Messiaens „Quatour pour la fin du Temps“. Der mehrfach preisgekrönte Foto- und Videokünstler Brech nutzt zum ersten Mal die Full Dome Technik des Nürnberger Nicolaus-Copernicus-Planetariums für ein klassisches Konzert und entwirft eine Videokunst, die eigens zum Stück als 360-Grad-Projektion an der Kuppel erscheint. Die Kuppel des Planetariums wird zur Projektionsfläche für die Bildideen, die mit der Musik des großen Mystikers Messiaen zu einem bildgewaltigen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Premiere ist am Donnerstag, 15. Dezember 2011, um 20 Uhr im Nicolaus-Copernicus-Planetarium, Am Plärrer 41, Nürnberg. Weitere Aufführungen am Samstag, 17. Dezember, 20 Uhr, Sonntag, 18. Dezember, 11 Uhr sowie im Februar und Juni 2012.

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Liturgie
©ensembleKontraste

Der Ursprung des Stücks
Das Quartett für Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier dauert etwa 50 Minuten und zählt zu den kammermusikalischen Meilensteinen des 20. Jahrhunderts. Es entstand im Winter 1940 bis1941 im deutschen Kriegsgefangenenlager bei Görlitz und wurde dort am 15. Januar 1941 vor etwa 2 000 Gefangenen unter freiem Himmel uraufgeführt. In der Kuppel des Planetariums wird beim Einlass und zu Beginn des Quartetts die Sternenkonstellation jener schlesischen Uraufführungsnacht zu sehen sein. Gegen Ende der Aufführung erscheint der aktuelle Nürnberger Sternenhimmel.

Besetzung der Instrumente
Bei der Uraufführung spielten die vier Interpreten mit kaputten Instrumenten. Der Not der äußeren Umstände entsprungen ist die Besetzung für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier – sie ergab sich aus den im Lager zufällig vorhandenen Instrumenten. In der Gesamtheit des Quartetts zeigt sich ein genau kalkulierter wohl dosierter Umgang mit der notgeborenen Besetzung: jedes Instrument spielt in sechs Sätzen. Alle vier Instrumente spielen dabei nur in vieren der insgesamt acht Sätze zusammen.

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ensembleKONTRASTE
©ensembleKontraste

Bildkunst und Musik

Grundsätzlich stellt sich, wenn Bild und Musik aufeinander treffen, die Frage nach dem Gleichgewicht. Umso mehr gilt es bei klassischer Musik die Eigenständigkeit der Musik zu bewahren. In diesem Sinne zielt Brechs visuelle Begleitung der Musik darauf, den Blick der Gäste auf ein Bild zu konzentrieren, das wie ein visueller Rahmen funktioniert, der die Musik aufgreift und verbildlicht.
Zu acht Sätzen des Quartetts erscheinen acht Bilderfolgen. Messiaen entlehnte die Mehrzahl der Motive seines auf der Johannesoffenbarung basierenden Werks aus der Natur. Auch die Motive der in die Kuppel des Planetariums projizierten Videosequenzen haben ihren Ursprung in der Natur. Musik und Bild ergänzen sich und verschmelzen. So ist beispielsweise im dritten Satz „Abime des oiseaux“ der Blick in Bäume gerichtet, mit denen der Wind spielt. Der Blick des Betrachters folgt der Baumkrone und dem Zwitschern eines Vogels – dem Klarinettensolo. Das Publikum nimmt das Konzert gleichzeitig akustisch und visuell wahr. Bild und Ton verschmelzen zu eindringlicher Sinnlichkeit.
Christoph Brech
Portrait_Christoph_Brech_2009Brech gilt heute als einer wichtigsten Video- und Fotokünstler in Deutschland. Seine Hauptwerke sind vor allem Videoarbeiten, Rauminstallationen und Kunst im öffentlichen Raum. Seine Videokunst wird weltweit gezeigt. Schwerpunkte legt der Künstler auf die Themen Zeit, Vergänglichkeit, An- und Abwesenheit, körperliche, geistige und spirituelle Übergänge und Musik. Seit 15 Jahren arbeitet Brech immer wieder mit Musikern und Komponisten zusammen. So hat er mit den Sängern Christoph Pregardien und Andreas Scholl, mit den Dirigenten Mariss Jansons und Christoph Poppen, mit dem französischen Streichquartett Quatuor Ebène sowie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Münchner Kammerorchester zusammen gearbeitet.

Das ensemble Kontraste (eK): Tradition der Neugierde
Das Kammerensemble wurde 1990 in Nürnberg gegründet und machte durch die Kompromisslosigkeit seiner Programme und Interpretationen auf sich aufmerksam. Die variablen Besetzungen ermöglichen Kammermusik unterschiedlicher Stilistik und Gattung. Mittlerweile spielt das Ensemble 60 Konzerte im Jahr und verfügt über einen selbstbestimmten Mitgliederstamm. Der Name ist Programm geblieben. Neben der Nürnberger Reihe in der Tafelhalle gastiert das eK in ganz Europa. Auf der steten Suche nach einem intensiven Konzerterlebnis, für Musiker wie Publikum, entwickelt das Ensemble Vielfalt: Kammermusik, Schauspiel, Puppentheater, Literatur, StummFilmMusik und Kammeroper. Für seine undogmatische Arbeitsweise, Altem mit Respekt und Neuem ohne Avantgarde-Attitüde zu begegnen, wurde das eK mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Gemeinsam mit Christoph Brech erarbeitete das Ensemble nun eine neue Form der Konzertinszenierung in einer Planetariumsarchitektur.
INFOS & TICKETS

Kunst unter der Kuppel im Planetarium
Videokunstkonzert

Termine
Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20 Uhr (Premiere)
Samstag, 17. Dezember 2011,, 20 Uhr
Sonntag, 18. Dezember 2011, 11 Uhr

Weitere Termine 2012
Freitag, 10. Februar, 20 Uhr
Samstag, 11. Februar, 20 Uhr
Sonntag, 12. Februar, 17 Uhr
Freitag, 22. Juni, 20 Uhr
Samstag, 23. Juni, 20 Uhr
Sonntag, 24. Juni, unter Vorbehalt 22 Uhr

Tickets
www.naa.net/ncp/karten

Ort
Nicolaus-Copernicus-Planetarium
Am Plärrer 41
90429 Nürnberg
www.naa.net/ncp
Bildnachweis // Quelle: Stadt Nürnberg - Presse- und Informationsamt // Pressefotos
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Samstag, am 18. Mai 2013
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